„Ich werde morgen mit einem Lächeln im Zug sitzen.“ Mit diesen Worten brachte eine Delegierte die positive Atmosphäre der Mitgliederversammlung der AEED auf den Punkt. Zweieinhalb Tage in Fulda waren mit Information, Austausch und wertvollen inhaltlichen Anregungen gefüllt. Dazu kommt die persönliche Begegnung der Delegierten aus den Verbänden aus (fast) der ganzen Republik – für alle ein Highlight.
Den Auftakt am Freitag, 17. April, gestaltete Pfarrer Michael Dorhs aus dem Landeskirchenamt in Kassel. Er gab fundierte Einblicke in die evangelische Bildungslandschaft der EKKW, auch unter den erschwerten finanziellen Rahmenbedingungen und tauschte sich mit den Delegierten über Zukunftsperspektiven für den Religionsunterricht aus. Den anwesenden Religionslehrkräften bot dieser Dialog wertvolle Impulse für die eigene schulische Praxis.
Im Anschluss stellte Martin Pfeifenberger in seinem Bericht die vielfältigen Aktivitäten des AEED-Vorstands vor. Durch die kontinuierlich gewachsene Vernetzung ist die Expertise der AEED in vielen religionspädagogischen Kontexten gefragt. Martin Pfeifenberger verdeutlichte, dass diese ehrenamtliche Arbeit nur möglich ist, wenn sie sich auf mehrere Schultern verteilt und den Vorstand angesichts begrenzter personeller Ressourcen immer wieder vor Herausforderungen stellt.
Ein angeregter Austausch zum im Jahr 2027 anstehenden 75. Jubiläum der Gründung der AEED rundete den ersten Tag ab.



Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt lag am Samstag auf der Fortbildung „Repräsentation, Reflexion, Verantwortung: Rassismuskritische Perspektiven und Handlungsspielräume im Religionsunterricht“. Unter der Leitung von Jermaine Irebor setzten sich die Teilnehmenden mit Fragen rund um Rassismus – insbesondere anti-Schwarzen Rassismus – auseinander. Neben grundlegenden Begriffsklärungen standen praxisnahe Reflexionen im Mittelpunkt: Welche Formen von Rassismus begegnen uns im schulischen Alltag? Welche Verantwortung tragen wir als Lehrkräfte? Und wie können wir sensibel und professionell reagieren? In Gruppenarbeiten wurden die Dimensionen einer rassismuskritischen Religionspädagogik näher betrachtet und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt.


Die Mitgliederversammlung bot damit nicht nur Raum für Austausch und Vernetzung, sondern auch für fachliche Vertiefung und persönliche Reflexion – ein lebendiges Format, das viele Anregungen für den Religionsunterricht mit in den Schulalltag trägt.
Auch die kulturelle Bildung kam nicht zu kurz. Am Samstagnachmittag lernten die Delegierten die schönen Seiten Fuldas in einer Stadtführung kennen und ließen den Tag anschließend beim gemütlichen Beisammensein ausklingen.

Am Sonntag standen Berichte aus den Aktivitäten der AEED, aktuelle Entwicklungen in den Mitgliedsverbänden sowie Einblicke in die Arbeit des Comenius-Instituts im Mittelpunkt.
Bei der EKD-Konsultation „Co-Agency – Positionalität – Fachwissen“ zur theologisch-religionspädagogischen Professionalität von Religionslehrer*innen war die AEED mehrfach vertreten. Der Vorsitzende Martin Pfeifenberger repräsentierte die AEED beim Round Table, während Tobias Sochocki als Veranstaltungsteilnehmer die Perspektiven der AEED und ihrer Mitgliedsverbände einbrachte. Zudem gestaltete die RU-Kommission der AEED einen Workshop mit dem Titel „Theologisch-religionspädagogische Professionalität aus der Sicht der evangelischen Lehrer:innenverbände (AEED)“. Als Fazit wurde festgehalten, dass die Verbände gefordert sind, kreative Vorschläge zu entwickeln, um die Verzahnung der verschiedenen Phasen der Aus- und Weiterbildung von Religionslehrkräften zu verbessern. (vgl. auch den Bericht).
Johan La Gro berichtete aus der weiteren Arbeit der RU-Kommission. Während der letzten Sitzung fand ein Besuch an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen statt (Einblicke gibt es hier). Zudem gestaltete die Kommission eine Bilderausstellung für das FORUM für differenzsensible Religionspädagogik (23.-24. April 2026) zum Thema Raumb(u)ilder. Foto-Beiträge aus zwölf Schulen wurden hierfür zu Collagen zusammengestellt. Intensiv diskutiert wurde darüber hinaus die EKD-Veröffentlichung „Entscheiden jenseits vertrauter Horizonte“, die Szenarien u. a. für den RU aufmacht und zur Diskussion auffordert.
Die Delegierten berichteten von aktuellen Entwicklungen in den Verbänden und im Religionsunterricht der Bundesländer. Eine ausführliche Berichterstattung erfolgt traditionell bei der Mitgliederversammlung im Herbst.
Juliane Ta Van stellte schließlich Projekte und Angebote des Comenius-Instituts vor, unter anderem zu Open Educational Resources (OER), interreligiösem Lernen und der Auseinandersetzung mit Rassismus und Antisemitismus..
Nach dem intensiven Wochenende machten sich die Delegierten auf den Heimweg in die unterschiedlichen Regionen Deutschlands – manche*r mit einem Lächeln im Gesicht.
